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Dienstag, 3. März 2009

Leonardo Mayer (22), Argentinien

So schnell kann's gehen. Da macht sich Florian Mayer nach seiner schöpferischen Pause auf den Weg, in die Top 100 zurückzukehren, und nun ist ihm ein anderer Mayer zuvorgekommen. Leonardo heißt er und kommt aus Corrientes in Argentinien. Nach dem (allerdings Schweiz-stämmigen) Eduardo Schwank ist Mayer der zweite aktuelle argentinische Top-100-Spieler mit deutschem Nachnamen.

Mayer hat sich in den vergangenen Jahren langsam und stetig nach oben gearbeitet. Die entscheidenden Punkte für den Sprung von Platz 110 auf Platz 95 machte er beim Sieg gegen Carlos Moya, mit dem er ins Viertelfinale des 500er-Turniers von Acapulco einzog.

Bisher hat Mayer fast alle seine Punkte auf lateinamerikanischem Sand gesammelt. Aber wie die meisten Argentinier dürfte er das mit dem Hartplatz schnell lernen. Er hat auf jeden Fall das Potenzial, sich unter den ersten 100 oder noch weiter oben festzusetzen. Das hat er schon als Junior gezeigt: 2005 war er die Nummer 2 der Junioren-Weltrangliste.

Montag, 16. Februar 2009

Denis Istomin (22), Usbekistan

Den Istomin hab ich lange unterschätzt, aber der scheint tatsächlich ein ganz ordentlicher Spieler zu sein. Er tauchte schon vor dreieinhalb Jahren unter den ersten 200 der Weltrangliste auf. Damals war er wohl tatsächlich besser platziert, als es seiner Spielstärke entsprach. Er holte seine Punkte auf schwach besetzten Challengern in seinem Heimatland.

Auch im Februar 2009 hätte er den Sprung unter die ersten 100 der Welt wohl ohne die guten Ergebnisse aus dem vergangenen Sommer in Taschkent, Bukhara, Kharsi und Samarkand noch nicht geschafft.

Aber jetzt hat er bewiesen, dass er auf der ATP-Tour mithalten kann. Im Januar errreichte er bei drei Turnieren in Folge die zweite Runde: In Chennai (Indien), bei den Australian Open und in Johannesburg.

Denis Istomin ist übrigens tatsächlich gebürtiger Usbeke und kein extra für den Davis-Cup eingebürgerter Russe, wie es sie in Kasachstan inzwischen an jeder Ecke gibt.

Montag, 2. Februar 2009

Andreas Beck (22), Deutschland



Dieses Foto ist vom Hamburger Rothenbaum-Turnier im Mai 2008. Vor dem Aufschlag steht Andreas Beck an der Linie, als wolle er gleich ein Ballett tanzen. Der Aufschlag selbst ist dann aber eigentlich ganz normal, und seine Spielweise auch. Er ist ein typischer deutscher Allrounder, der auf Sand, Hartplatz und Rasen zurechtkommt.

Seit heute, drei Tage vor seinem 23. Geburtstag am 5. Februar, steht Andreas Beck endlich dort, wo er schon lange hingehört: Unter den besten 100. Bei den Australian Open schaffte er die Qualifikation und gewann dann in der ersten Runde gegen einen australischen Wild-Card-Spieler. Das reichte, um von Platz 103 auf Platz 94 vorzurücken.

Andreas Beck ist schon seit Jahren einer der Hoffungsträger des deutschen Tennis. 2004 stand er im Junioren-Halbfinale der US Open. Ein Jahr später hatte er sich schon auf der ATP-Challengertour bei den Erwachsenen so gut wie etabliert, aber dann warfen zwei langwierige Rückenverletzungen ihn zurück. „Da kämpft man schon auch mit zweifelnden Gedanken und fängt zu Grübeln an“, erzählte er damals.

Vor fast einem Jahr habe ich ihn noch als „ewiges Talent“ bezeichnet. Aber spätestens seit seinem Viertelfinale beim Rasenturnier in Halle/Westfalen im Juni 2008 war klar, dass er sich nun auf der ATP-Tour etablieren würde. Zwei Wochen später spielte er in der ersten Runde von Wimbledon drei enge Sätze gegen Rafael Nadal. Bei den US Open schaffte er die zweite Runde. Im Laufe des vergangenen Jahres gewann er zwei Challenger-Turniere und erreichte bei zwei weiteren das Endspiel.

Wenn man sich seine Ergebnisse aus dem vergangenen Jahr anschaut, dann wirkt das sehr konstant. Was ihm fehlen, sind die Ausreißer nach oben. Mal ein plötzlicher Turniersieg, wie Philipp Petzschner es in Wien geschafft hat, oder wenigstens mal ein Halbfinale. Dazu müsste er wohl wenigstens mal einen Top-50-Spieler schlagen. Das ist ihm bisher noch nicht gelungen. Aber jetzt, wo er unter den Top 100 steht, wird er auch häufiger auf großen Turnieren gegen solche Leute spielen, dann wird es irgendwann klappen.

Hier das ATP-Profil von Andreas Beck

Donnerstag, 27. November 2008

Andrej Golubew (21), Kasachstan

Eines der bemerkenswertesten Details zu diesem Spieler steht schon in der Überschrift: Kasachstan. Andrej Golubew ist in Wahrheit gar kein Kasache. Er kommt aus Wolschki in der Nähe von Wolgograd. Das ist zwar nicht weit weg von Kasachstan, liegt aber eindeutig in Russland. Kasachstan hat vor einigen Monaten drei russiche Tennisprofis eingebürgert, um endlich mal im Davis-Cup mithalten zu können. Neben Golubew waren das Juri Schukin und Michail Kukuschkin. Mitte des Jahres bewegten sie sich alle im Großraum 150 der Weltrangliste. Für das starke russische Davis-Cup-Team waren sie damit uninteressant.

Zum Zeitpunkt seiner Einkasachung war Golubews größter Erfolg der Sieg beim Challenger in Heilbronn Ende Januar 2008. Dort gewann er das Finale gegen Philipp Petzschner.

Erst als Kasache startete er richtig durch: Im Oktober kam er beim ATP-Turnier von St.Petersburg als Qualifikant bis ins Finale. Da verlor er dann allerdings glatt gegen Andy Murray. Um in die Top 100 zu kommen, brauchte er allerdings noch ein paar Punkte mehr. Die holte er nun ausgerechnet in Kasachstan, wo er das Challenger in der Hauptstadt Astana gewann.

Heilbronn, St.Petersburg und Astana sind alles Hallenturniere, womit die Frage geklärt sein dürfte, wo sich Golubev am wohlsten fühlt.

Hier geht's zum ATP-Profil von Andrej Golubew